Brennholz & Kaminholz richtig stapeln

Was muss bei der Brennholzstapelung beachtet werden? Hier finden Sie praktische Tipps und Tricks zur optimalen Stapeltechnik.

Wenn es draußen langsam kühler wird und in der Nacht der erste Frost an der Hauswand hochklettert, wartet der Kamin bereits eifrig darauf, wieder zum Einsatz zu kommen. Damit er uns seine Wärme schenken kann, benötigt er jedoch genügend Brennholz. Dieses muss bereits im Voraus von einem lokalen Brennholzlieferanten bestellt oder im Wald geschlagen werden. In beiden Fällen bedarf es jedoch einer sorgsamen Stapelung auf dem eigenen Grundstück, damit es ausreichend trocknen kann und bis zum Winter möglichst wenig Platz einnimmt. Wir zeigen Ihnen deshalb die optimalen Stapelmethoden, mit denen Sie ein dekoratives Meisterwerk und gleichzeitig einen soliden Stapel schaffen, der nicht einstürzt.

Stapeltraditionen und uralte Brennholzfehden

In Finnland und Norwegen, den Urländern des Brennholzes, stapelt man recht unterschiedlich. In Norwegen wird meist die pragmatische und stabile Methode bevorzugt, das Kaminholz an einer Wand hochzustapeln. Obwohl der Wandstapel eher wegen seiner Funktionalität als seiner Ausgefallenheit gewählt wird, bietet jedoch auch dieser kleine Variationsmöglichkeiten in Hinblick auf die Form. In Finnland hingegen baut man traditionell freistehende Holzstapel. Der Grund dafür besteht darin, dass eine Brandschutzverordnung es verbietet, größere Mengen Holz an einer Außenwand zu lagern. In der Nähe von Gebäuden werden deshalb die Holzstapel nach Maximalgröße und Mindestabstand zum Haus kontrolliert. Obwohl diese freistehenden Stapel schwieriger zu bauen sind, bieten sie auch einige Vorteile. Zum einen können sie dort gebaut werden, wo der Wind die Trocknung bestmöglich fördert. Zum anderen wecken sie den Künstler in einem. Da weder bei der Höhe noch der Form des Stapels Begrenzungen vorgeschrieben sind, werden der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Dementsprechend erreichen Holzstapel oftmals eine Höhe von bis zu sechs Metern.

Eine Frage beschäftigt jedoch Holzstapler beider Länder seit Anbeginn der Zeit: Soll die Rinde oben oder unten liegen? Je nach Himmelsrichtung, Region und Wetterbedingungen, denen das Holz ausgesetzt ist, finden beide Parteien Argumente für ihre bevorzugte Stapelung des Feuerholzes. Da aufgrund dieses Zwiespaltes immer wieder hitzige Diskussionen ausbrachen, wurden dazu an der Hochschule von Gjøvik im Jahre 2012 sogar wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Dabei wurde der Feuchtigkeitsgehalt unterschiedlich gestapelter Scheite genau gemessen und herausgefunden, dass die Feuchtigkeit schneller verdunstet, wenn die Rinde nach unten zeigt. Dieser Faktor ist jedoch nur minimal ausschlaggebend für die Trocknung des Holzes, da der Abstand zwischen den Scheiten und die dadurch bedingte höhere Luftzirkulation eine viel größere Rolle spielen. Generell gilt zudem, dass die Position der Rinde bei einem gut bedeckten Stapel fast keinen Einfluss auf die Trocknung hat. Fehlt jedoch eine gute Abdeckung, ist es wichtig, die Rinde der oberen Reihen des Stapels nach oben zu drehen. In beiden Fällen sollte die Rinde der unteren Scheite nach unten zeigen, um so das Holz vor Bodenfeuchtigkeit zu schützen.

Auf diesem Holz können Sie bauen

Der Holzliebhaber benötigt für das Stapeln des Feuerholzes sowohl Ausdauer als auch Verstand, damit es sich über den Sommer hinweg in trockenes, hartes Qualitätsholz verwandeln kann. Damit das kunstvolle Bauwerk jedoch nicht in sich zusammenstürzt, sind einige Dinge zu beachten.

Je gleichmäßiger die Länge der Holzstücke ist, desto stabiler wird der Stapel. Außerdem lassen sich längere Scheite einfacher stapeln und sorgen damit für zusätzliche Stabilität. Sind die Scheite kürzer als 30 Zentimeter, sollten sie in einem Sack aufbewahrt oder an einer Wand gestapelt werden, da ein Stapel sonst bereits beim kleinsten Luftzug in sich zusammenstürzen kann. Um einen freistehenden Stapel zu errichten, sind Scheite mit einer Länge zwischen 35 und 40 Zentimeter geeigneter. Bei Klafterholz hingegen muss man sich auch bei stärkerem Wind keine Gedanken machen, da mit diesem Holz die stabilsten Konstruktionen angefertigt werden können.

Bei langem, geradem Holz können Sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Bei krummem Holz hingegen ist Vorsicht zu wahren, da diese die Konstruktion destabilisieren können. Aus diesem Grund sollten sie nur für niedrigere Stapel verwendet werden.

Letztlich sollte man auch immer im Hinterkopf behalten, dass das Holz beim Trocknungsprozess schrumpft. Abhängig von der jeweiligen Holzsorte kann das Volumen eines Scheites um 7 bis 20 Prozent schwinden, wenn der Feuchtigkeitsgehalt des Feuerholzes abnimmt. Hierbei besteht die Gefahr, dass die Scheite nicht gleichmäßig einsinken und der Stapel zusammenfällt. Um dieses Ärgernis zu vermeiden, sollten Sie sich beim Stapeln genug Zeit lassen. Gehen Sie nicht zu hastig vor, sondern setzen Sie sorgsam einen Scheit auf den anderen und gleichen Sie Unebenheiten sofort aus. Indem man die Holzstücke in einer Reihe zusammenrückt und vorsichtig an ihnen rüttelt, können kleinere Ungleichmäßigkeiten behoben werden. Um die Stabilität zu prüfen, kann außerdem der ganze Stapel leicht hin und her bewegt und am Ende die vorstehenden Scheite nach innen geklopft werden.

Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten, Brennholz zu stapeln.
Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten, Brennholz zu stapeln. (Quelle: flyupmike – Pixabay.com)

Das Auge stapelt mit

Zu den bekanntesten Stapelmethoden zählen der Wandstapel, der Klafterstapel und der Rundstapel. Ersterer ist dabei besonders leicht zu errichten, funktionell und stabil. Das Holz wird mit einem Lüftungsspalt an der Wand hinauf gestapelt. Als Unterlage können Paletten oder kleine Stämme genutzt werden, damit die Bodenfeuchtigkeit dem Stapel nichts anhaben kann. Es ist darauf zu achten, dass sich das Brennholz zum Haus hin neigt und sich im besten Fall auf der Sonnenseite befindet. Außerdem ist es möglich, eine zweite Reihe davor zu setzen, jedoch wird hierbei die innere Schicht weniger gut belüftet.

Der Klafterstapel ist ebenfalls immer eine gute Wahl, da er einfach zu bauen und für die weitere Trocknung des Holzes förderlich ist. Er eignet sich am besten bei längeren Scheiten (zwischen 40 und 60 cm) und sollte nach Osten bzw. Westen ausgerichtet werden, damit beide Seiten ausreichend Sonnenlicht erhalten. Auch bei dieser Stapelmethode sollte das Holz nicht direkt auf dem Boden aufliegen, weshalb oftmals dünne Stämme darunter gelegt werden.

Der Rundstapel ist schwieriger zu errichten als die vorherigen Beispiele, bietet jedoch auch mehrere Vorteile. Krumme Scheite können in diesen integriert werden und es wird keine zusätzliche Abdeckung benötigt, da das Regenwasser an der Außenseite ablaufen kann. Man stapelt hierbei das Kaminholz etwa einen Meter senkrecht im Kreis hoch und füllt den Innenraum mit unhandlicheren Scheiten aus. Danach verringert man den Durchmesser immer weiter und vollendet den Bienenhaus-Stapel mit einer letzten Schicht flacher Scheite, deren Rinde nach oben zeigt, um das Regenwasser abzuleiten. Für Stabilität sorgen bei einem höheren Gebilde mehrere äußere Runden und das Holz im Inneren, welches die Wände gleichmäßig stützt.

Eine sorglose Alternative

Das Sägen, Hacken und Stapeln des eigenen Brennholzes ist eine mühsame und zeitraubende Arbeit. Schneller voran geht es für jene, die ihr Kaminholz geliefert bekommen, doch auch in diesem Fall ist das Stapeln ein kräftezehrender Akt. Stürzt dann auch noch der Stapel ein, sind viele am Ende ihrer Nerven. Für alle, die trotz der obigen Stapeltricks und unterschiedlicher Stapelmethoden keine Freude daran haben, mit dem Feuerholz zu hantieren, hat sich in den letzten Jahren eine praktische Alternative aufgetan. Bei einigen Brennholzlieferanten kann man seinen bereits getrockneten Holzvorrat sorgfältig gestapelt auf Paletten bestellen und bis in die Einfahrt fahren lassen. Die perfekte Möglichkeit um den Komfort des Kamins, ohne die vorrangegangene Arbeit, genießen zu können.

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